Hotelbewertungen: Wie viel Glauben kann man ihnen schenken?

Wer heute einen Urlaub bucht, wirft in der Regel online einen Blick auf die Bewertungen des Wunschhotels. Für viele Reisende stellen jene gar das wichtigste Entscheidungskriterium dar. Prinzipiell ist gegen das Lesen der Gästemeinungen nichts einzuwenden, jedoch ist ein gesundes Misstrauen auch hier nicht unangebracht. Denn nicht immer entsprechen die Bewertungen der Wahrheit.

Wie Sie Hotelbewertungen richtig einordnen

Was bei der Suche nach einer Wohnung heute die Immobilienportale mit ihren Beschreibungen und Objektfotos sind, sind bei der Urlaubsplanung die Buchungsportale. Auch hier stehen Interessenten Beschreibungstexte und Bilder zur Verfügung, wobei manche Fotografien sogar von anderen Gästen hochgeladen wurden. Neben ihnen sind für Reiselustige insbesondere die Bewertungen anderer Urlauber interessant. Sie sollen einen ersten Eindruck von der Qualität des Hotels vermitteln und beinhalten manchmal sogar wertvolle Tipps für Unternehmungen oder gute Restaurants.

So sollte es zumindest sein, doch die Realität sieht häufig anders aus. Immer häufiger kommt es heute nämlich vor, dass Bewertungen gefälscht sind. Für Urlauber ist dies verunsichernd, denn wie soll man die wahren von den gefälschten Bewertungen unterscheiden? Im Übrigen sind jene Fake-Bewertungen sowohl in positiver als auch in negativer Art möglich, denn sie können sowohl vom Hotel selbst als auch von der Konkurrenz stammen. Bekannte Reiseportale geben zwar an, dass sie jene Bewertungen herausfiltern, doch dass dies nicht immer gelingt, müsste jedem klar sein. Aus diesem Grund sollte man beim Lesen der Kommentare Folgendes beherzigen.

  1. Je mehr Bewertungen vorhanden sind, desto verlässlicher sind sie. Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass für ein differenziertes Meinungsbild mindestens 10 Bewertungen notwendig sind.
  2. Sehr schlechten oder sehr guten Bewertungen sollten Sie generell eher skeptisch gegenüberstehen.
  3. Messen Sie nichtssagenden Floskeln keine große Bedeutung zu.
  4. Seien Sie bei allzu werbender Sprache skeptisch. Denken Sie nach: Wie würden Sie selbst als Urlauber schreiben?
  5. Erkennen Sie Bewertungen notorischer Nörgler sowie schlechte Einzelerfahrungen. Für einen durchschnittlichen Touristen haben sie nur wenig Aussagekraft.
  6. Seien Sie sich insbesondere bei günstigen Hotels dessen bewusst, dass man für einen niedrigen Preis normalerweise kein 5-Sterne-Domizil erwarten kann.
  7. Nutzen Sie die Möglichkeit, die Bewertungen nach Altersgruppen zu filtern. Oftmals werden Sie feststellen können, dass die Beschwerden oder Pluspunkte hier immer die gleichen sind. Anhand jener Bewertungen können Sie dann entscheiden, ob das vorliegende Hotel das Richtige für Sie ist oder ob Sie Ihre Suche lieber noch fortsetzen sollten.

Bildquelle: © Creatas/Thinkstock

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