Aldi, Lidl & Co.: Was taugen die billigen Urlaubsangebote wirklich?

Pauschalreisen aus dem Supermarkt sind nicht unbedingt die günstigere Alternative zu Pauschalreisen aus dem Katalog oder Internet. Wer hier die Preise nicht ordentlich vergleicht und sich blind auf das Billigimage vertraut, der zahlt schnell drauf.

Egal, ob Milch, Butter, Käse, Obst oder Tiefkühlpizza, so gut wie jeder geht für einen günstigen Einkauf in den Discounter. Dabei beschränkt sich das Angebot der Discounter längst nicht mehr nur auf Lebensmittel. Computer, Laptops, Mobilfunkverträge und auch Urlaubsreisen werden hier angeboten. Doch es handelt sich hier nicht ausschließlich um Schnäppchen.

Vor Kurzem nahm die Duisburger Zeitschrift „Clever reisen!“ einmal unterschiedliche Angebote von Discountern ganz genau unter die Lupe. Hier wurden stichprobenartig die Pauschalpreisangebote von den Discountern Aldi, Lidl, Rewe, Netto, Penny, Plus und Tchibo überprüft. Dabei wählte die Redaktion für die Testbuchungen Badeurlaube für zwei Personen.

Gegenüber „Spiegel Online“ sagte der Chefredakteur Jürgen Zupanicic, dass das Ergebnis ihn hat mit den Ohren schlackern lassen, denn für alle Pauschalangebote aus den Supermärkten wurden günstigere Angebote durch einen einfachen Preisvergleich gefunden. Teilweise sogar mit identischen Hotels und Fluglinien.

Pauschalangebote von Aldi und Penny am teuersten

Laut „Clever reisen!“ tat sich beim Discounter Aldi die größte Preisdifferenz auf. Zwar wirbt Aldi mit dem Slogan „Traumreisen zu Aldi-Preisen“, jedoch war man bei diesem Test weit davon entfernt. Angeboten wurde hier ein zweiwöchiger Badeurlaub im 4-Sterne-Hotel mit All-Inclusive sowie Flügen und Transfer für stolze 1.658 Euro. Ein Urlaub in ähnlicher Form konnte beim Reiseveranstalter Tjaereborg für 359 Euro weniger gebucht werden.

Penny bot eine einwöchige Reise nach Tunesien für 858 Euro an. Diesen Urlaub konnten die Tester bei gleichen Bedingungen bei 1-2-Fly für 120 Euro billiger buchen.

Bereits im Jahr 2007 wurden die Urlaubsangebote von Discountern von „Clever reisen!“ überprüft. Zu dieser Zeit waren die Ergebnisse laut Chefredakteur Zupancic noch in Ordnung. Dabei geht Zupancic davon aus, dass die Preise bewusst niedrig kalkuliert wurden, um im Reisemarkt Fuß zu fassen.

Im Übrigen reagierte Aldi-Süd laut „Clever reisen!“ gelassen auf die Ergebnisse. Eine Sprecherin von Aldi-Süd teilte der Zeitschrift mit, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Angeblich würde sich die Qualität der Hotels deutlich unterscheiden.

Chefredakteur Zupancic rät jedem, dass man im Supermarkt einen Urlaub nicht wie ein Stück Butter im Supermarkt kaufen sollte. Auch beim Discounter sollten unbedingt Preise verglichen werden.

Titelbild © potowizard - shutterstock.com

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